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Finden Sie die richtige Sicherungsstrategie für Ihren Server: Fünf Wege Ihre Daten zu sichern

[fa icon="calendar"] 04.09.2015 11:56 [fa icon="user"] Carolin Krause

Finden Sie die richtige Sicherungsstrategie für Ihren Server: Fünf Wege Ihre Daten zu sichern

Wenn es um das Thema Datensicherung geht, ist Backup nicht gleich Backup. Das eine „ideale“ Server Backup gibt es nicht. Eine gute Backup Software bietet mehr als nur eine Backup Option. Je nach Fall müssen IT-Admins ihre individuelle, perfekte Strategie festlegen. 

Dazu zeigen wir alle Backup Varianten auf, welche für die Sicherung von Windows Servern 2008 und 2012R2 möglich sind. Auf dieser Basis legen Sie dann Ihre eigene Backup Strategie zurecht. Generell unterscheidet man 5 grundlegende Sicherungsmethoden:

1. Voll-Sicherung

Ein Voll-Backup (oder auch Komplettsicherung) ist die einfachste Form der Datensicherung. Die Voll-Sicherung enthält alle Ordner und Dateien, die Sie für die Sicherung ausgewählt haben. Ein Voll-Backup ist auch der einfachste Weg für einen Restore, da nur eine einzige Backup-File für die Wiederherstellung benötigt wird.

Voll-Sicherungen werden für gewöhnlich in einem speziell komprimierten Format abgespeichert, welches durch eine professionelle Backup Software vorgegeben wird. Dadurch können Daten sehr schnell gesichert und wiederhergestellt werden. Normalerweise kommt die Komplettsicherung als allererstes Backup zum Einsatz und wird nachfolgend von inkrementellen und differentiellen Backups ergänzt.

Da die Komplettsicherung alle ausgewählten Dateien und Ordner enthält und nicht nur geänderte Daten, benötigt die Sicherung etwas mehr Speicherplatz.

Bei der Sicherung virtueller Maschinen versteht man unter einer Voll-Sicherung das Backup einer ganzen virtuellen Maschine. Diese Backups können relativ groß werden, achten Sie deshalb auf den Speicherplatz Ihres Sicherungsmediums.

 

2. Inkrementelle Backups

Inkrementelle Sicherungen erlauben es Ihnen viel Speicherplatz zu sparen. Es werden nur die Dateien gespeichert, die seit der letzten Voll-Sicherung oder dem letzten inkrementellen Backup neu hinzugekommen sind beziehungsweise geändert wurden. Inkrementelle Backups sind zudem schneller und haben ein kleineres Backup Zeit-Fenster.

Inkrementelles Backup erstellen

Inkrementelle Backups werden oft in der Verbindung mit Komplettsicherungen eingesetzt. Eine verbreitete Backup Strategie ist es einmal wöchentlich eine Voll-Sicherung vorzunehmen und an den jeweils nachfolgenden Tagen ein inkrementelles Backup durchzuführen.

Wenn Sie zum Beispiel ein Voll-Backup am Montag durchführen, können Sie die geänderten Daten als inkrementelles Backup am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag sichern. Sollten Sie samstags und sonntags keine neuen Daten produzieren, können Sie an diesen Tagen auf ein Backup verzichten. Viele Unternehmen führen auch genau dann aufwendigere Backup-Aufträge durch (z.B. Image Sicherung).

Ihr Backup am Dienstag enthält dann nur die geänderten Daten seit dem letzten Voll-Backup. Die Sicherung am Mittwoch enthält wiederum nur die Daten seit dem letzten inkrementellen Backup am Dienstag. Am Freitag liegen ihnen dann fünf Backups vor: Eine Voll-Sicherung und 4 inkrementelle Backups. Dieser Kreislauf wiederholt sich dann wöchentlich.

Wenn Sie die Daten wiederherstellen möchten, dauert der Restore bei dieser Backup-Strategie etwas länger. Zuerst müssen Sie die Wiederherstellung des Voll-Backups und danach der einzelnen inkrementellen vornehmen, bis Sie an dem gewünschten Wiederherstellungspunkt angelangt sind. Ein Szenario dafür wäre: Am Freitag merken Sie, dass Sie die Kontakte Ihres CRMs versehentlich überschrieben haben. Sie können dann Wochentag für Wochentag wiederherstellen, sodass Sie die alten Daten wieder auf Ihrem Server verfügbar werden.

Es liegt in der Natur der inkrementellen Backups, dass diese dazu tendieren Ihre Systemleistung zu beanspruchen. Dazu kommt es weil während des Backup-Vorgangs Ihre Daten auf Neuerungen und Änderungen überprüft werden um diese dann zu sichern.

Wenn Sie sich entschließen eine Sicherungsstrategie zu wählen, die inkrementelle Backups beinhaltet, denken Sie daran verschiedene Speichermedien zu verwenden. Mit einem Rotationsprinzip verschiedener Storage Devices sind Sie optimal für den Ernstfall gerüstet. Achten Sie darauf immer ein zweites, nicht am System angeschlossenes und extern gelagertes, Medium zu haben. Dieses Offsite Backup kann bei verschiedenen Szenarien ein echter Retter in der Not sein:

- Sind Ihre Server-Daten von Viren und anderen Sicherheitsrisiken bedroht, dann haben Sie ein Backup auf einem nicht befallen Medium

- Passiert ein Unglück (Blitz, Wasserschaden), ist das Offsite Backup nicht betroffen (sofern es woanders gelagert wurde)

 

3. Differentielle Backups

Differentielle Backups lassen sich zwischen vollen und inkrementellen Backups einordnen. Eine differenzielle Sicherung ist im Wesentlichen eine kumulative Sicherung aller Änderungen seit der letzten vollständigen Sicherung. Damit sind differentielle Backups größer als inkrementelle Backups. Man kann Sie als eine Zusammenfassung aller inkrementellen Backups seit der letzten Vollsicherung verstehen.

Differentielles Backup erstellen

Angesichts der Eigenschaften differentieller Backups können Sie zum Sparen von Speicherplatz die differentiellen Sicherungen überschreiben. Sie heben dann nur die aktuellste Sicherung seit dem letzten Voll-Backup auf. Einige Backup Programme haben diese Aufbewahrungsregel sogar als Standard-Option.

Genauso wie inkrementelle Backups benötigen auch differentielle Sicherungen zusätzliche Netzwerkressourcen um die Änderungen der Systeme und Daten zu erfassen.

Dafür sind differentielle Backups definitiv schneller, wenn es um die Wiederherstellung geht. Setzten Sie allerdings auf die Überschreibungsstrategie bei der Sicherungsaufbewahrung, können Sie wie beim vorher erklärten Szenario nur die Wiederherstellung zu einem einzigen Speicherzeitpunkt vornehmen (Zustand bei der letzten Voll-Sicherung und Zustand zum Zeitpunkt des letzten gespeicherten differentiellen Backups). Zum Wiederherstellen benötigen Sie ebenso die letzte Voll-Sicherung. Im Gegensatz dazu aber nur ein einziges differentielles Backup. Das beschleunigt die Datenwiederherstellung.

 

4. Image Backups

Ein Image-basiertes Backup (oder auch Systemabbild, Disaster Recovery oder Disk Image genannt) ermöglicht Ihnen an komplettes Abbild Ihres Servers (oder einzelner Partitionen) inklusive aller Anwendungen, dem Betriebssystem, aller Einstellungen sowie aller Daten und Ordner. Diese Art von Backup wird als eine Datei gespeichert, die man Image bzw. Abbild nennt.

Image Backup erstellen

Image Backups sind für Notfall-/Disaster-Szenarien eine sehr effektive Grundlage für die Systemwiederherstellung. Insbesondere wenn es nötig wird Ihr ganzes System auf einer neuen Festplatte z.B. im Fall eines Head Crash wiederherzustellen, benötigen Sie ein Image. Dann wird der Bare-Metal-Restore kein Problem und Sie können alles auf der nichtbeschädigten Hardware zum Laufen bringen. Durch den Snapshot Ihres gesamten Systems (am besten auf verschieden Medien gespeichert) sind Sie für Notfälle gerüstet.

Image Backups ermöglichen den schnellsten Restore, wenn Sie wirklich Ihr gesamtes System wiederherstellen müssen. Image-level Backups bieten auch die Option auf physischen oder virtuellen Maschinen wiederhergestellt zu werden. Mit der Image Sicherung können sogar einzelne Dateien zurückgeholt werden, ohne dass Sie Ihr ganzes System wiederherstellen müssen.

Es empfiehlt sich gelegentlich ein Image Backup durchzuführen. Das Image verbraucht verhältnismäßig viel Speicherplatz. Ergänzen Sie Ihre Backup-Strategie um ein monatliches oder zwei-wöchiges Image bei Not(aus)fällen abgesichert zu sein.

 

5. Copy Jobs/Kopieren

Copy Jobs unterscheiden sich von einem echten Backup insofern, dass Sie ausgewählte Daten unkomprimiert in ihrem Originalformat auf dem Ziel-Medium speichern. Die Daten werden einfach kopiert bzw. auf ein anderes Medium übertragen. Sicherlich gibt es Fälle in denen dies sinnvoll sein kann (z.B. bei Migrationsprozessen). Im Normalfall benötigen Sie die Kopierfunktion nicht regelmäßig.

Copy Job erstellen

Beim Kopieren können Sie ganz konkrete Dateien wählen, die auf ein Zielmedium dupliziert werden sollen. Die Größe der kopierten Dateien entspricht der Größe der Originaldatei. Sorgen Sie für ausreichend Speicherplatz bevor Sie den Kopierauftrag starten. Ein Kopierauftrag ist aber niemals ein Ersatz für ein Backup. Gerade weil die Daten nicht komprimiert sind, wird viel Speicherplatz beim Kopieren benötigt. Sinnvoll ist dies Methode besonders dann, wenn Sie auch ohne Backup Software auf die duplizierten Daten zugreifen möchten.

 

Welche Server Backup Methode ist die richtige für Sie?

Jetzt sind Sie über die Vorteile und Besonderheiten aller Backup Möglichkeiten informiert. Anhand dieser können Sie Ihre ideale Strategie erarbeiten. Wir haben die häufigsten Strategien hier für Sie zusammengetragen:

1. Monatliches Image Backup, wöchentliche Voll-Sicherung und täglich differentielle Backups

2. Monatliches Image Backup, wöchentliche Voll-Sicherung und täglich inkrementelle Backups

3. Vierteljährlich Image Backup, monatliche Voll-Sicherung und täglich inkrementelle Backups

Neben diesen automatisch eingerichteten Backups empfehlen wir vor Systemänderungen ein Image Backup durchzuführen. Das ist zum Beispiel vor einem Update eines Betriebssystems, bei Änderungen in der Registry oder vor dem Anschluss neuer Hardware ratsam.

Wir haben die Vor- und Nachteile einer automatischen und manuellen Sicherung noch einmal genauer betrachtet: Zum Blogeintrag »

 

 

Themen: Server Backup



Carolin Krause

Verfasst von Carolin Krause

Arbeitet seit Anfang 2014 im Bereich Marketing bei NovaStor. Neben Ihrer allgemeinen Begeisterung für Technik und Software Themen, recherchiert Sie immer auch nach Trends im Backup und Restore Bereich. Sie textet und erstellt Inhalte nach dem Motto: Verständlich und relevant. Außerdem ist Sie als echtes Nordlicht überzeugt von Hamburg, der Elbe und St. Pauli.


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